#4 BECKENRANDBEICHTE - Warum Schwimmunterricht niemals nach Plan läuft
Shownotes
4 BECKENRANDBEICHTE - Warum Schwimmunterricht niemals nach Plan läuft
Was bedeutet eigentlich „wassergewöhnt“? Und wann kann ein Kind wirklich schwimmen?
In dieser Folge nimmt Vanessa dich mit zu den ganz eigenen „Naturgesetzen“ am Beckenrand. Denn Begriffe wie „wassergewöhnt“ oder „kann schwimmen“ können bei Eltern und Schwimmlehrkräften manchmal erstaunlich unterschiedliche Dinge bedeuten.
Vanessa erzählt von Kindern, die plötzlich nichts mehr können, sobald Mama oder Papa zuschauen, von der berühmten Aussage „Ich kann das nicht“, obwohl sie es eigentlich längst können und natürlich davon, warum das Wasser grundsätzlich immer zu tief, zu kalt oder einfach irgendwie falsch sein kann.
Eine humorvolle Folge über Kinder, Eltern, Vertrauen, Geduld und die Erkenntnis, dass man noch so gut planen kann: Am Beckenrand kommt es meistens anders. Und genau zwischen all dem Chaos entstehen die schönsten Momente, wenn ein Kind sich plötzlich etwas traut und stolz sagen kann: Ich kann das doch!
Insta: @vanessa_wollny_schwimmcoaching
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00:00:13: Herzlich willkommen bei die Beckenrückweichte.
00:00:16: Ich bin Vanessa Wollnit, Schwimmlehrerin aus Leidenschaft aber auch Zuhörerin, Motivatorin, Train-Trocknerin Sehfettchenverteilerin und manchmal sogar unfreiwillige Therapeuten am Beckenrand Denn wer glaubt beim Schwimmen lernen ginge es nur um Armzüge und Beinschläge Der wird überrascht sein, welche Geschichten am Beckenrand entstehen.
00:00:44: Hier trifft Mut auf Angst, Ehrgeiz auf Bauchklatschen und Eltern auf ihre ganz persönliche Geduldsprobe.
00:00:54: In jeder Folge bringe ich euch eine echte Beckenrannteweichte mit – eine Geschichte aus meinem Alltag die genauso passiert ist!
00:01:03: Mal lustig, mal verrückt, mal berührend Aber immer mit einer Erkenntnis im Gepäck.
00:01:10: Und genau von dort springen wir gemeinsam ins Thema der Folge.
00:01:15: Manchmal bin ich alleine am Mikro, manchmal hole ich mir spannende Gäste dazu aber immer geht es um Menschen ihre Geschichten und die Frage was wir daraus für unser eigenes Leben mitnehmen können.
00:01:32: also schnappt ihr dein Handtuch setzt dich zu uns an den Beckenrand Tauch mit einen ehrlichen Gesprächen, spannende Perspektiven und Geschichten die oft weit über das Schwimmbecken hinausgehen.
00:01:46: Schön dass du dabei bist!
00:01:48: Willkommen bei Die Beckenrand-Beichte – Geschichten vom Beckenrant mitten aus dem Leben.
00:02:06: Jede Geschichte beginnt irgendwo.
00:02:08: Meine beginnen meistens am Beckenrant.
00:02:12: Schön, dass Du heute wieder den Weg zu mir an den Becken rand gefunden hast.
00:02:17: Heute wird es etwas verrückt, auf jeden Fall lustig und vielleicht musst du auch das ein oder andere Mal den Kopf schütteln.
00:02:28: Denn ich erzähle heute von Dingen die wahrscheinlich jede Schwimmlehrerin und jeder Schwimmlehra kennt – und vielleicht auch jeder der mit Kindern arbeitet!
00:02:41: Denn egal wie unterschiedlich die Kurse oder Kinder oder Eltern sind Manche Situationen tauchen erstaunlich, zuverlässig immer wieder auf.
00:02:55: Ja fast so als gäbe es dafür eigene kleine Naturgesetze natürlich nicht offiziell aber am Beckenrand definitiv.
00:03:07: und damit würde ich dann schon zur Naturgesetz Nummer eins kommen Wasser gewöhnt bedeutet alles oder nichts.
00:03:16: eine Frage die ich zum Beispiel immer vor einem Schwimmkurs stelle und ich glaube jeder der schon mal mit einem Kind bei mir in einem Kurs gewesen ist, der kennt diese Frage auch von mir.
00:03:32: Denn die lautet Ist ihr Kind wassergewöhnt?
00:03:37: Eigentlich nüchtern betrachtet ist das eine einfache Frage mit genau zwei Antwortmöglichkeiten ja oder nein?
00:03:48: Theoretisch Praktisch sieht das allerdings ganz anders aus, denn die Antwort auf diese Frage kann eine erstaunliche Bandbreite haben.
00:04:04: Stell dir einmal folgende Situation vor!
00:04:08: Ich frage also vor dem Kurs ist ihr Kind Wasser gewöhnt?
00:04:13: und alle Eltern nicken und bestätigen dass Ihr Kind Wasser liebt.
00:04:19: Und ich denke noch so, wow!
00:04:22: Perfekt.
00:04:24: Ja dann beginnt der Kurs und ich stelle fest dass eine Kind taucht nicht das andere kind findet wasser im gesicht schrecklich und das nächste kind findet dass duschen eine zumutung ist.
00:04:42: und ja am ende des kurses frage ich dann bei den eltern nochmal vorsichtig nach sie hatten doch Vorhin gesagt, ihr Kind ist wassergewöhnt und dann kommt die Beichte der Eltern.
00:05:00: Ach so!
00:05:01: Ja, nee das mag mein Kind jetzt aber nicht Aber es geht gerne ins Wasser.
00:05:09: Okay also wir meinen beide dasselbe Wort aber ganz unterschiedliche Dinge Also im Grunde eine andere Form von wasser gewöhnt.
00:05:23: Naja das ist Grundsätzlich erstmal nicht schlimm, aber für ein Schwimmkurs bzw.
00:05:32: eine Schwimmelehrerin und einen Schwimmlehrer ist das eine wichtige Information denn der Weg ist dann meistens ein anderer.
00:05:42: was er gewöhnt kann bei Kindern also wirklich alles bedeuten dass eine Kind sitzt im Urlaub zum Beispiel stundenlang im Pool springt vom Beckenrand, taucht zum Beispiel auch nach Ring und versucht seine Eltern vielleicht unter Wasser zu erschrecken.
00:06:04: Und das andere Kind ist ja wassergewöhnt weil es vielleicht beim Zähneputzen schon mal einen Wassertropfen auf die Stirn bekommen hat und nicht gleich angefangen hat zu weinen.
00:06:19: Natürlich ist das jetzt überspitzt aber Ich muss leider gestehen, diese Bandbreite gibt es tatsächlich.
00:06:29: Und ja das ist im Grunde auch eine Sache die ich im Laufe der Jahre gelernt habe wenn ich Eltern etwas frage dann muss ich manchmal sehr genau nachfragen oder besser gesagt definieren was genau ich meine denn sonst kann es passieren dass wir zwar über dasselbe Wort sprechen aber eben völlig unterschiedliche Dinge meinen.
00:06:58: Heute frage ich eher sowas wie, ja taucht ihr Kind und nehmt ihr Kind den Mund mit ins Wasser?
00:07:08: Und die Nase auch vielleicht mit in das Wasser?
00:07:11: Die Augen nimmt es auch mit ins water?
00:07:15: Wenn wir schon dabei sind, nehmts auch die Ohren mit ins wasser?
00:07:22: daran erkennt man dann schon eher, ob die Kinder dann wassergewöhnt sind oder nicht.
00:07:28: Aber ich muss sagen Wasser gewöhnt ist übrigens nicht das einzige Wort bei dem wir am Beckenrand manchmal völlig unterschiedliche Bedeutungen haben.
00:07:43: Da gibt es nämlich noch einen ganz großen Klassiker und damit sind wir schon beim Naturgesetz Nummer zwei Kann mein Kind schon schwimmen?
00:07:54: Ich Liebe diese Frage.
00:07:57: Es ist so ein bisschen eine kleine Hassliebe, weil die Antwort eigentlich immer nur lautet das kommt darauf an was sie unter Schwimmen verstehen.
00:08:10: Ja hinter dieser Frage kann mein Kind schon schwimmen könnten sich auch andere Fragen verstecken zum Beispiel sowas wie kann das Kind sich irgendwie über Wasser halten?
00:08:24: oder ähnelt das Schwimmen einem Überlebenskampf.
00:08:28: Kann das Kind schon fünf Meter weit schwimmen?
00:08:33: Vielleicht versteckt sich hinter der Frage auch, kann es fünf-zwanzig Meter ohne Pause schwimmen ?
00:08:40: Oder sowas wie kann es ins Wasser springen und anschließend selbstständig wieder an den Beckenrand kommen ?
00:08:48: Oder kann es auch schwimmen wenn niemand direkt daneben steht Vielleicht auch so was, wie kann das Kind schwimmen mit der richtigen Technik?
00:09:02: Denn ja natürlich im Grunde meint man mit all den Fragen irgendwie dasselbe.
00:09:09: Aber das sind schon ziemlich unterschiedliche Dinge und früher fiel mir die Antwort darauf immer ein bisschen schwer.
00:09:21: aber heute bin ich sehr ehrlich mit den Eltern Ja, im Grunde kann habe ich ja vorhin schon gesagt die richtige Antwort nur lauten das kommt darauf an was sie unter Schwimmen verstehen.
00:09:39: Denn zwischen meinem mein Kind kann schwimmen und mein Kind ist sicher im Wasser liegen einfach Welten und vielleicht auch einfach ein paar Stunden Übung.
00:09:54: Ein Kind kann twenty-fünf Meter schwimmen und trotzdem in einer ungewohnten Situation im Wasser völlig überfordert sein.
00:10:04: Ja, aber apropos Eltern kommen wir zu Naturgesetz Nummer drei – das mysteriöse Elternphänomen!
00:10:18: Es gibt dann nämlich tatsächlich ein ganz besonderes Phänomen und ich nenne das ganz gerne, dass Eltern schauen zu.
00:10:25: Und plötzlich funktioniert nichts mehr Phänomene.
00:10:30: Stell dir vor, das Kind kommt seit Wochen in den Schwimmkurs... ...und es springt ins Wasser!
00:10:36: Es taucht!
00:10:37: Es schwimmt!
00:10:38: Und es macht wirklich richtig gute Fortschritte.
00:10:42: Ich denke noch so... Boah!
00:10:45: Klasse!
00:10:45: Das läuft ja!
00:10:48: Und dann auf einmal haben wir die neue Woche und plötzlich, ja steht zum Beispiel Mama an der Scheibe und schaut zu.
00:10:58: Oder Papa schaut zu oder auch beide und plötzlich steht das Kind am Beckenrand, winkt wie wild.
00:11:07: Manchmal kommt es mir so vor als hätte es Mama und Papa seit Wochen nicht gesehen ist an Schwimmen eigentlich nicht mehr zu denken.
00:11:21: Oder an Springen oder an Tauchen, was auch immer.
00:11:25: und das Kind schaut ins Wasser dann zu mir und sagt ich will nicht.
00:11:30: Und ich denke okay.
00:11:33: und dann sagt das Kind Ich kann das nicht!
00:11:36: Ich will zu Mama und ich denke dass gibt es doch jetzt gar nicht.
00:11:41: Ich habe dich letzte Woche beobachtet und du kannst das Du hast das sogar richtig, richtig gut gemacht.
00:11:51: Naja aber heute ist eben Publikum da und plötzlich ist aus einer ganz normalen Schwimmstunde eine große Bühnshow geworden und wahrscheinlich denkt das Kind oh Gott jetzt muss ich zeigen was ich kann.
00:12:09: und ja genau aus diesem Grund eigentlich lasse ich bei meinen Schwimmkursen die Eltern grundsätzlich nicht zuschauen.
00:12:20: Und ja, das mache ich natürlich nicht.
00:12:22: Weil ich etwas gegen die Eltern habe oder keine Ahnung, die nicht dabei haben will oder weil ich etwas verbergen will und auch nicht, weil ich ihnen irgendwie das nicht zeigen möchte was die Kinder so lernen ganz im Gegenteil.
00:12:45: Aber ich möchte, dass die Kinder im Kurs einen Raum haben in dem sie einfach selbst sein dürfen.
00:12:52: Sie werden nicht abgelenkt.
00:12:56: Sie müssen im Grunde nichts beweisen.
00:12:58: Sie dürfen einfach ausprobieren und sie dürfen etwas nicht können.
00:13:04: Sie dürften natürlich Fehler machen.
00:13:06: Und sie dürfen es dann einfach zehn Minuten später nochmal probieren doch können.
00:13:14: Sie dürfen auch mal einen Moment unkonzentriert sein, ohne von außen direkt ermahnt zu werden.
00:13:25: und ja bei manchen Kindern verändert diese Situation dann tatsächlich alles.
00:13:33: Wenn die Eltern dann am Beckenrand sitzen Dann wird aus der Schwimmstunde eine Bühne aus dem Gedanken, ich probiere es mal.
00:13:45: Wird plötzlich jetzt muss ich zeigen was ich kann.
00:13:49: und ja genau deshalb sage ich den Eltern manchmal ganz ehrlich vertrauen sie mir.
00:13:57: Lassen Sie Ihrem Kind etwas Freiraum?
00:14:00: Und lassen Sie mir auch etwas freiraum zum Arbeiten?
00:14:05: Und irgendwann kommt dieser schöne Moment eben ganz von alleine.
00:14:11: die Tür geht vielleicht auf und das Kind kommt rein und ruft schon von weitem.
00:14:17: Mama, Papa!
00:14:19: Ich habe heute... Und dann erzählt es ganz stolz was es heute geschafft hat.
00:14:27: Genau hier gehört der Erfolg wirklich dem Kind.
00:14:35: Aber natürlich wollen Eltern trotzdem irgendwann wissen was ihr Kind inzwischen eigentlich so gelernt hat.
00:14:42: Das ist natürlich zu Recht.
00:14:45: Und genau deshalb sage ich Ihnen im Laufe des Kurses auch immer wieder, gehen Sie ruhig mal zusätzlich mit Ihrem Kind ins Schwimmbad.
00:14:55: Lassen sie sich mal zeigen was das Kind schon gelernt hat?
00:14:59: Vielleicht machen Sie die eine oder andere Übung, die wir hier auch im Kurs schon machen und üben noch ein bisschen zusätzlich – das schadet ja auch im Grunde nicht!
00:15:12: Und eigentlich ist das ja auch ein ganz einfacher Plan Eigentlich.
00:15:19: Und damit kommen wir schon zu Naturgesetz Nummer vier.
00:15:26: Meistens sehe ich die Eltern dann eine Woche später wieder und dann frage ich oft, na wie war es im Schwimmbad?
00:15:41: Dann erzählen die Eltern also an sich war der Vorschlag ja wirklich gut!
00:15:49: Und ich denke dann noch so, oh das ist ja schön.
00:15:52: Das freut mich dass das alles geklappt hat Bis dann der zweite Teil der Geschichte kommt.
00:16:01: Aber unser Kind wollte nicht mit uns in Sport becken.
00:16:04: Okay Es wollte nur mit Vanessa ins sportbecken.
00:16:10: okay und Dann erzählen die Eltern was sie ihrem kind alles vorgeschlagen haben oder versprochen haben.
00:16:19: kommen.
00:16:20: Wir machen das so wie bei Vanessa.
00:16:23: Nein!
00:16:25: Aber du hast es doch im Schwimmkurs schon gemacht?
00:16:28: Nein, aber Vanessa hat doch gesagt dass du das kannst immer noch nein.
00:16:35: und dann kommt dieser eine Satz Das mache ich nur mit Vanessa.
00:16:42: Und wie gesagt hier sind wir bei Naturgesetz Nummer vier.
00:16:46: Bei Vanessa klappt das.
00:16:49: Und tatsächlich ist das etwas, dass ich immer wieder von Eltern höre.
00:16:54: Kinder machen bei mir manchmal Dinge die sie mit ihren Eltern nicht machen wollen und meistens sage ich den Eltern dann nehmen Sie es nicht persönlich.
00:17:07: Ihr Kind hat offenbar beschlossen da Schwimmen eine exklusive Angelegenheit zwischen ihm und mir ist.
00:17:15: Ich muss sagen ich habe mittlerweile aufgehört mich darüber zu wundern.
00:17:21: Ich finde es eher amüsant und natürlich nehme ich das auch als Kompliment.
00:17:30: Aber insgeheim hoffe ich, dass die Eltern dann trotzdem noch mit ihrem Kind in Schwimmbad gehen dürfen – auch wenn ich nicht dabei bin!
00:17:41: Aber ich muss natürlich auch zugeben, dass es manchmal genau anders herum ist.
00:17:46: Und so kommen wir schon zur Naturgesetz Nr.
00:17:49: V. Doch, nein.
00:17:54: Okay.
00:17:56: Manchmal stehe ich nämlich vor einem Kind und denke Mensch du kannst das doch!
00:18:03: Und das Kind sagt Nein kann ich nicht.
00:18:07: Nun sage ich doch und das Kind nein Wir haben das letzte Woche gemacht und Ich habe mit eigenen Augen gesehen dass Du das kannst.
00:18:17: Nein Kann ich nicht.
00:18:20: Und irgendwann denke ich dann okay Dann eben nicht.
00:18:25: Und nicht weil es mir egal ist, sondern weil ich irgendwann gelernt habe.
00:18:31: Manche Dinge kann man nicht erzwingen und ja meistens mache ich dann einfach mit einer anderen Übung weiter oder lasse das Kind auch bei den anderen Kindern erstmal nur zuschauen.
00:18:47: Auch davon kann man lernen und dann passiert es manchmal keine.
00:18:53: fünf Minuten später sehe Ich aus dem Augenwinkel wie genau dieses Kind zum Beispiel untertaucht oder versucht reinzuspringen, oder versucht zu schwimmen.
00:19:08: Ja einfach so ohne Ansage, ohne Diskussion und auch einfach ohne mich!
00:19:17: Und ich denke in solchen Momenten alles klar interessant.
00:19:24: Und am schönsten ist es eigentlich wenn das Kind dann wieder auftaucht Und so tut als wäre überhaupt nichts passiert.
00:19:35: Und meine Reaktion darauf, tja ich spiele das Spiel einfach mit und wenn das Kind dann nach der Stunde Freude strahlen zu Mama oder Papa läuft und erzählt was es heute geschafft hat oder sich getraut hat Dann ist das kind stolz.
00:19:55: und Ich bin auch stolz.
00:19:58: Ja Ich liebe aber zum Beispiel auch das Naturgesetz Nummer sechs.
00:20:05: Hier kann ich nicht schwimmen.
00:20:09: Okay, warum das jetzt nicht?
00:20:13: Weil das Wasser zu tief ist!
00:20:16: Tatsächlich einer meiner persönlichen Lieblingsbegründungen.
00:20:24: und ich denke so okay... Ich dachte immer genau dafür lernen wir im Grunde schwimmen dass wir auch dann schwimmen können, wenn wir nicht mehr stehen können.
00:20:39: Aber was soll ich sagen?
00:20:41: Was wissen wir Erwachsene denn schon?
00:20:45: und ja... Wenn wir schon bei den sehr überzeugenden Argumenten von Kindern sind Dann komme ich doch direkt auch zu Naturgesetz Nr.
00:20:55: sieben.
00:20:57: Wasser kann grundsätzlich immer das Problem sein.
00:21:01: Zutief Zu kalt Und ja zu nass wäre vermutlich auch eine Möglichkeit.
00:21:11: Ein Kind kam mal zu mir und sagte, ich möchte heute auf Bahn eins nur schwimmen Und ich so ach komm lass uns doch mal heute etwas weiter in der Mitte schwimmen.
00:21:25: Nein!
00:21:26: Ich will aber nur auf Bahn Einschwimmen.
00:21:29: Okay warum?
00:21:33: Ja und jetzt komme ich zur der logischen Antwort Da ist das Wasser wärmer Natürlich!
00:21:42: Wie konnte ich das übersehen?
00:21:47: Wir haben hier schließlich ein sehr komplexes, thermisches Schwimmbäckensystem.
00:21:55: Bahn eins Sommer auf Bahn zwei Herbst, Bahn drei vermutlich Winter und auf Bahn vier herrscht wahrscheinlich Aktis.
00:22:12: Ja, ehrlicherweise dann stehst du vor diesem Kind und denkst dir gut gegen diese Logik kann ich jetzt auch nichts machen.
00:22:24: Dann schwimmen wir eben heute auf Bahn eins weil es so schön ist!
00:22:31: Und ja wenn ich so überlege dann gibt es auch noch ein Phänomen das bestimmt jeder Schwimmlehrer und jede Schwimmlehren kennt Naturgesetz Nummer acht, das Toilettenphänomen.
00:22:50: Ich frage zu Beginn jeder Stunde muss noch jemand auf die Toilette und alle Kinder im Chor Nein!
00:23:02: Und ich frag dann immer nochmal nach wirklich nicht?
00:23:06: Nein Seid ihr euch ganz sicher?
00:23:10: Ja Na gut Dann geht es jetzt eben los.
00:23:17: Wir schwimmen Wir tauchen, wir springen.
00:23:21: Wir sind gerade so richtig schön im Flow.
00:23:25: und dann höre ich Vanessa Ich muss mal Natürlich Natürlich musst du.
00:23:35: Das war ja auch sogar nicht vorhersehbar!
00:23:39: Ich frage mich manchmal ob sich die Blase der Kinder ganz spontan im Schwimmkurs neu befüllt Und natürlich muss nicht irgendein Kind.
00:23:51: Nein, es ist immer genau das Kind dass gerade mitten in einer Übung ist.
00:23:57: Oder Das Kind das als nächstes springen sollte oder das Kind das gerade auf der ganz anderen Seite des Becken steht und ruft.
00:24:09: Ich muss ganz dringend Ja super Okay Und ja der Rest der Gruppe der wartet und wartet und wartet Ja, wir waren so gut dabei.
00:24:28: Aber na gut!
00:24:29: Die Blase hat halt gesprochen... ...und dann haben wir keine Wahl.
00:24:35: Und wenn man das alles mal zusammennimmt Dann ist ein erfolgreicher Schwimmkurs eigentlich ganz einfach.
00:24:43: Die Kinder sind wassergewöhnt Je nachdem was man darunter versteht.
00:24:49: Es kann schon schwimmen Ebenfalls je nach dem Was man darunder versteht.
00:24:57: Mama und Papa dürfen möglichst nicht zugucken bei Vanessa Klappedes oder eben auch nur wenn sie nicht guckt.
00:25:07: Das Wasser darf auf keinen Fall zu tief sein, Bahn eins muss die richtige Temperatur haben und ja auf die Toilette muss gerade auch niemand zumindest nicht in den nächsten fünf Minuten.
00:25:24: Und ja, vielleicht ist genau das der Grund warum ich diesen Beruf so liebe.
00:25:31: Weil man jeden Tag glaubt, man weiß wie die nächste Stunde läuft.
00:25:37: Man plant, man bereitet sich vor, man hat einen Ablauf... ...man denkt heute machen wir das dann das und dann kommt ein sechsjähriges Kind und sagt Ich kann hier nicht schwimmen!
00:25:53: Das Wasser ist zu tief oder zu kalt.
00:25:58: Oder ich kann das nicht und ich denke dann okay, dann werfen wir den Plan eben über Bord.
00:26:09: Und genau das ist Schwimmunterricht mit Kindern.
00:26:12: Du kannst noch so gut planen du kannst noch viele Jahre Erfahrung haben du kannst Noch so viele Schwimmkurse gegeben haben.
00:26:26: Am Ende kommt immer ein Kind und erinnert dich daran, du hast eigentlich überhaupt keine Ahnung wie die Stunde laufen wird.
00:26:35: Ja... Und ehrlich gesagt ich finde das super!
00:26:44: Denn genau zwischen all diesen kleinen Überraschungen passieren die schönsten Momente Ein Kind dass sich plötzlich traut.
00:26:54: Ein Kind das etwas ausprobiert obwohl es gestern noch Angst hatte.
00:27:00: Ein Kind sagt, ich kann das nicht.
00:27:02: und dann kann es ist doch ein Kind das ins Wasser springt und danach völlig stolz am Beckenrand steht.
00:27:12: Und manchmal ist es eben auch ein Kind dass fünf Minuten nach der Toilettenfrage dringend zur Toilette muss.
00:27:21: Auch das gehört dazu.
00:27:24: Ich glaube Schwimmunterricht ist deshalb so viel mehr als schwimmen lernen.
00:27:30: Es ist ein bisschen Chaos, ein bisschen Abenteuer eine Menge Geduld.
00:27:36: Manchmal ein nasses T-Shirt sehr wahrscheinlich ein paar Taschentücher und ganz sicher mindestens ein Kind das heute einen völlig anderen Plan hat als du.
00:27:50: Und genau deshalb freue ich mich jedes Mal wenn ich wieder am Beckenrand stehe Denn jede Geschichte beginnt irgendwo.
00:28:00: Meine beginnen meistens am Beckengrand.
00:28:15: Das war sie, die heutige Beckenrandweichter.
00:28:18: Vielen Dank dass du dir heute Zeit für meine Geschichte genommen hast.
00:28:23: Vielleicht hat sie dich ein bisschen zum Schmunzeln gebracht vielleicht aber auch zum Nachdenken und vielleicht hast du festgestellt das wir alle unsere ganz eigenen Becken randweichten haben Auch wenn sie nicht immer am Schwimmbecken beginnen.
00:28:41: Wenn dir die Folge gefallen hat, freue ich mich wenn du den Podcast abonnierst und ihn vielleicht mit Menschen teilst, die diese Geschichten ebenfalls hören sollten!
00:28:54: Und wenn du mir eine Bewertung darlässt hilfst du dabei das noch mehr Menschen den Weg an unseren Beckenrand finden.
00:29:03: Ich freue mich schon darauf dich in der nächsten Folge wieder im Becken rand zu begrüßen.
00:29:07: bis dahin alles Gute und pass auf Dich auf Bis zur nächsten Beckenrand beigte, jede Geschichte beginnt irgendwo.
00:29:16: Meine beginnen meistens am Beckenland!
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