#1 DIE BECKENRAND-BEICHTE - Vom Beckenrand zur Berufung

Shownotes

1 DIE BECKENRAND-BEICHTE - Vom Beckenrand zur Berufung

Warum wird ein Schwimmbad für ein kleines Mädchen zu einem zweiten Zuhause? Und wie entsteht aus einer scheinbar ganz alltäglichen Entscheidung eine echte Berufung?

In der ersten Folge von „Die Beckenrand-Beichte“ erzählt Vanessa Wollny, warum sie als Kind viel lieber ihre Mutter ins Schwimmbad begleiten wollte, als den Nachmittag bei ihrer Oma zu verbringen. Was damals mit einer einfachen Bedingung begann – „Wenn du mitkommen möchtest, musst du mir helfen.“ – entwickelte sich Schritt für Schritt zu einer Leidenschaft, die bis heute ihr Leben prägt.

Vom Kinderbegleiten über die ersten kleinen Aufgaben bis hin zu den bewegenden Momenten, wenn aus Tränen plötzlich Stolz wird.

Vanessa nimmt dich mit auf ihre ganz persönliche Reise. Sie erzählt von den ersten Erfahrungen am Beckenrand, von Herausforderungen, die sie geprägt haben, und davon, warum es beim Schwimmenlernen eigentlich um viel mehr geht als nur um Technik.

Diese Folge ist der Start einer Reise voller echter Geschichten, die im Schwimmbad beginnen und mitten ins Leben führen. Denn manchmal verändert eine einzige Entscheidung den gesamten weiteren Weg.

Eine persönliche Beckenrand-Beichte über Familie, Berufung, Mut und die Erkenntnis, dass die schönsten Geschichten oft dort entstehen, wo man sie am wenigsten erwartet.

Ehrlich. Persönlich. Inspirierend.

Insta: @vanessa_wollny_schwimmcoaching

Transkript anzeigen

00:00:13: Herzlich willkommen bei die Beckenrückweichte.

00:00:16: Ich bin Vanessa Wollnit, Schwimmlehrerin aus Leidenschaft aber auch Zuhörerin, Motivatorin, Train-Trocknerin Sehfettchenverteilerin und manchmal sogar unfreiwillige Therapeuten am Beckenrand Denn wer glaubt beim Schwimmen lernen ginge es nur um Armzüge und Beinschläge Der wird überrascht sein, welche Geschichten am Beckenrand entstehen.

00:00:44: Hier trifft Mut auf Angst, Ehrgeiz auf Bauchklatschen und Eltern auf ihre ganz persönliche Geduldsprobe.

00:00:54: In jeder Folge bringe ich euch eine echte Beckenrannteweichte mit – eine Geschichte aus meinem Alltag die genauso passiert ist!

00:01:03: Mal lustig, mal verrückt, mal berührend Aber immer mit einer Erkenntnis im Gepäck.

00:01:10: Und genau von dort springen wir gemeinsam ins Thema der Folge.

00:01:15: Manchmal bin ich alleine am Mikro, manchmal hole ich mir spannende Gäste dazu aber immer geht es um Menschen ihre Geschichten und die Frage was wir daraus für unser eigenes Leben mitnehmen können.

00:01:32: also schnappt ihr dein Handtuch setzt dich zu uns an den Beckenrand Tauch mit ein, in ehrlicher Gespräche spannende Perspektiven und Geschichten die oft weit über das Schwimmbecken hinausgehen.

00:01:46: Schön dass du dabei bist!

00:01:48: Willkommen bei Die Beckenrand-Beichte – Geschichten vom Beckenrant mitten aus dem Leben.

00:02:05: Jede Geschichte beginnt irgendwo.

00:02:07: Meine beginnen meistens am Beckenrant.

00:02:11: Schön, dass Du da bist und herzlich willkommen zur allerersten Folge von The Becken randbeichte.

00:02:18: Heute möchte ich dir erzählen, warum das Schwimmbad für mich nie einfach nur ein Arbeitsplatz war.

00:02:25: Es war mein Zuhause!

00:02:28: Ja... Ich bin in einer Familie aufgewachsen, in der das Schwimmen zum Alltag gehörte und nicht nur so wie man es vielleicht kennt, man geht ins Schwimmenbad um zu schwimmen.

00:02:42: Nee, eher so man geht im Schwimmbad um anderen Schwimmen beizubringen.

00:02:49: Meine Mutter war damals schon Schwimmlehrerin und mein Vater war damals auch schon Trainer einer Wettkampfmannschaft.

00:02:56: Du siehst also, es gab im Grunde nie einen Weg drum herum?

00:03:02: Ja ich war vielleicht so sieben Jahre alt ungefähr.

00:03:10: Ich war damals natürlich schon wie Hets an der Seinkönnen Wettkammschwimmerin oder zumindest habe ich auf jeden Fall mit den Großen schon trainiert.

00:03:21: Ja, dementsprechend war auch mehrmals die Woche im Schwimmbad und am Wochenende habe ich mich in irgendwelchen Spimmbedern in der Umgebung rumgetrieben und hab dort an Wettkämpfen dann teilgenommen.

00:03:40: Man könnte also sagen mein Baderanzug war meine zweite Haut.

00:03:46: Andere Kinder verabredeten sich nach der Schule mit Freunden.

00:03:51: Meine Verabredung war das Schwimmbad.

00:03:56: Wenn ich mich so zurück erinnere, dann ging eigentlich schon immer meine Mutter montags ins Schwimmbad um anderen Kindern schwimmen beizubringen.

00:04:06: und dann stellte sich natürlich die Frage weil mein Vater noch arbeiten war was Vanessa in dieser Zeit macht?

00:04:15: Ja!

00:04:16: Meine Mutter hatte die Vorstellung dass zu meiner Oma gehe.

00:04:21: Für mich stellte sich diese Frage aber so überhaupt nicht, denn für mich war klar ich gehe auf jeden Fall mit.

00:04:31: und hier kommen wir zu meiner ganz persönlichen Beckenrandbeichte.

00:04:37: Ich wollte nicht zu meiner oma Nicht weil ich sie nicht liebte Nein Bei meiner OMA war einfach viel zu oft viel zuviel schon los.

00:04:50: Und ja dann Gab's da noch ein anderes Problem?

00:04:54: Mein geliebter Opa war meistens Montags auch nicht da.

00:04:59: Und da ich ein absolutes Operkind war, gab es also für mich gar kein richtiges Argument warum ich zu meiner Oma gehen sollte.

00:05:10: Das Schwimmbad hingegen war wie ein Zuhause für mich.

00:05:15: Ich liebe zum Beispiel bis heute die Geräusche in einem ganz leeren Schwimmbad Wenn noch niemand im Wasser ist dieses leise Geplätscher und diese unfassbare Ruhe oder zum Beispiel auch den Anblick von spiegelglattem Wasser ganz ohne Wellen.

00:05:40: einfach so besonders.

00:05:43: Naja, stell dir vor wie begeistert meine Mutter war als sie merkte dass ihre Pläne sogar nicht zu meinen Plänen passen.

00:05:57: naja nach etwas hin und her Hatte meine Mutter dann irgendwann einen Vorschlag?

00:06:03: Okay, du kannst mitkommen.

00:06:05: Aber... Dann musst du mir auch helfen!

00:06:09: Ja ich war logischerweise sofort einfach standen.

00:06:14: Was sollte daran schon so schwer

00:06:15: sein?!

00:06:17: Du

00:06:17: merkst!?

00:06:18: Ich war damals auch schon etwas naiv.

00:06:21: Ich dachte ich werde jetzt Co-Trainer.

00:06:24: Vielleicht dürfte ich auch schon das ein oder andere zeigen und Vorschwimmen.

00:06:31: Ja, naja.

00:06:32: Stattdessen war meine erste offizielle Aufgabe dreimal das Duraten, Toilettenbegleitung ja nicht ganz das was ich mir so vorgestellt hatte und wir müssen heute immer noch lachen wenn meine Mutter versucht meinen begeistertes Gesicht nachzumachen.

00:06:56: zu meiner Erleichterung musste ich die Kinder damals aber tatsächlich nur begleiten.

00:07:02: Den Rest konnten die Kinder damals in der Regel noch selber.

00:07:07: Rückblickend war das vermutlich mein erstes unbezahltes Praktikum und ich hätte nie gedacht, dass genau dort alles mal beginnt.

00:07:22: Nach und nach durfte ich dann auch weitere wichtige Aufgaben übernehmen, Kinder von der Umkleide zum Beckenrand begleiten, Kinder beim Haarewaschen unterstützen Material wegräumen, Schwimmgürtel anlegen.

00:07:42: Wobei ich Dala allerdings sagen muss das alleine schon ist eine Kunst für sich.

00:07:49: Naja aber offenbar habe ich das dann ganz gut erledigt denn dann kam irgendwann meine erste Beförderung und ich durfte wirklich mithelfen.

00:08:02: wir näherten uns also der Sache.

00:08:05: Ich durfte Übungen vormachen die Kinder auch dabei unterstützen, Armzüge und Beinschläge zu erlernen.

00:08:13: Irgendwann Arm- und Bein Schläge auch führen logischerweise nur unter Aufsicht aber immerhin!

00:08:24: Und irgendwann kam meine Mutter mit einer meiner Lieblingsaufgaben heulende Kinder trösten und sich dann um die Kinder kümmern.

00:08:41: Puh, am Anfang habe ich diese Aufgabe gehasst.

00:08:45: Aber ich muss zugeben dass ich irgendwann gemerkt habe das mir das liegt und so wurde das unter anderem tatsächlich zu meiner Lieblingsaufgabe nicht weil die Kinder geweint haben sondern weil ich einfach erleben durfte wie aus Tränen stolz wurde.

00:09:08: allein das Erlebnis dass ein Kind plötzlich schwimmen kann und so unfassbar stolz ist, stell dir vor ein weines Kind kommt irgendwann nicht mehr Wein zum Schwimmkurs.

00:09:21: Was alleine ja schon eine riesen Geschichte ist!

00:09:29: Und dann lässt dieses Kind plötzlich los und merkt dass es schwimmen kann.

00:09:35: diesem Kind in dem Moment in die Augen zu schauen diesen Moment mitzuerleben und zu wissen, dass man da vielleicht ein ganz klitzekleines bisschen beteiligt dran gewesen ist.

00:09:49: Ja dieses Gefühl das ist ganz schwer zu erklären oder zu beschreiben aber du kannst dir vielleicht vorstellen wie sehr das mein Leben verändert hat.

00:10:02: Es gab zum Beispiel mal zwei Jungs Zwillinge Und beide hatten schreckliche Angst und haben geweint und geschrien.

00:10:13: Und jetzt stell dir vor, wie ich mit beiden Kindern auf dem Arm im Wasser hocke bei neunzig Zentimetern.

00:10:22: Den einen habe ich auf dem einen Arm und den anderen auf dem anderen Arm.

00:10:28: Beide Kinder heulen und schreien keine Mutter natürlich in Sicht und irgendwie auch keine Chance die beiden zu beruhigen.

00:10:38: Ich wusste nicht, in der Situation noch die Ohren zu halten sollte.

00:10:46: Aber Spaß beiseite!

00:10:49: Als die beiden dann schwimmen konnten und mir das dann voller Stolz gezeigt haben, da platzte mein Herz vor Stolzz.

00:11:01: Als ich dann achtzehn Jahre alt war durfte ich endlich auch ganz alleine Schwimmkurse geben... ...und ich habe es geliebt.

00:11:12: So habe ich dann nach der Schule den einen oder anderen Nachmittag geopfert, um Kindern schwimmen beizubringen.

00:11:22: Geopfert hört sich jetzt vielleicht etwas sehr negativ an.

00:11:27: Es war meine allerliebste Freizeitbeschäftigung und so hatte ich plötzlich ein eher außergewöhnliches Hobby Kindern schwimmen beibringen.

00:11:40: Meine Geschichte begann damals mit einem einfachen Satz meiner Mutter Wenn du mitkommen möchtest, musst du helfen.

00:11:48: Dass daraus einmal mein Beruf werden würde hätte damals wahrscheinlich niemand gedacht.

00:11:56: Ich selber hatte auch damals noch einen ganz anderen Weg im Kopf Aber am Ende hatte das Schicksal eben andere Pläne und das zum Glück.

00:12:09: wenn Du unbedingt mit willst dann musst du mir helfen.

00:12:14: Damals war das einfach nur ein Satz meiner Mutter oder eine Bedingung sogar.

00:12:19: Heute weiß ich, es war wahrscheinlich der wichtigste Satz meines Berufslebens.

00:12:26: Aus heutiger Sicht war es ein absolutes Geschenk so entspannt und in geschützter Atmosphäre so viele Erfahrungen in dem Bereich sammeln zu können.

00:12:42: Ich hatte die Möglichkeit, viele Situationen zu erleben.

00:12:49: Ich konnte viele unterschiedliche Kinder kennenlernen und dazu auch noch die unterschiedlichsten Eltern.

00:12:58: Ich konnte Lösungen entwickeln, ich konnte Fehler machen, mir Tricks angucken, aneignen und vielleicht sogar auch weiterentwickeln.

00:13:22: Je länger ich als Schwimmlehrerin gearbeitet habe, desto mehr habe ich verrückte und lustige und fesselnde Geschichten erlebt.

00:13:33: Geschichten die mir auch manchmal jetzt noch eine Gänsehaut zaubern.

00:13:40: Und immer merkte ich es geht eigentlich nie nur um das reine schwimmen lernen.

00:13:48: Die schönsten geschichten entstehen gar nicht im Wasser Sie entstehen am Beckenrand.

00:13:55: Kinder, die schreckliche Ängste mitbringen Eltern, die manchmal mehr Angst haben als ihre Kinder Momente wenn man Kindern selbst Vertrauen mitgeben kann Die Freudentränen nach dem Seepferdchen und viele weitere Geschichten.

00:14:16: Damals wollte ich einfach nur nicht zu meiner Oma.

00:14:20: Ich wollte mit meiner Mutter in Schwimmbad.

00:14:23: Das aus Genau dieser Entscheidung, einmal meine Berufung entstehen würde, hätte ich mir niemals vorstellen können.

00:14:33: Bin aber heute umso dankbarer dass es genau so gekommen ist!

00:14:39: Heute sitze ich immer noch am Beckenrand und ich darf jeden Tag erleben das dort Geschichten entstehen die weit über das Schwimm hinausgehen.

00:14:50: Genau diese Geschichten möchte ich mit dir teilen Denn jede Geschichte beginnt irgendwo.

00:14:57: Meine beginnen meistens am Beckenrand.

00:15:01: Schön, dass du heute mit dabei warst!

00:15:03: In der nächsten Folge wartet wieder eine persönliche Beichte auf dich also sei beim nächsten Mal wieder mit dabei.

00:15:16: Das war sie die heutige Beckenrandbeichte.

00:15:19: Vielen Dank, dass Du dir heute Zeit für meine Geschichte genommen hast.

00:15:24: Vielleicht hat sie Dich ein bisschen zum Schmunzeln gebracht Vielleicht aber auch zum Nachdenken.

00:15:31: Und vielleicht hast du festgestellt, dass wir alle unsere ganz eigenen Beckenrandbeichten haben Auch wenn sie nicht immer am Schwimmbecken beginnen Wenn dir die Folge gefallen hat freue ich mich, wenn du den Podcast abonnierst und ihn vielleicht mit Menschen teilst, die diese Geschichten ebenfalls hören sollten dass noch mehr Menschen den Weg an unseren Beckenrand finden.

00:16:04: Ich freue mich schon darauf, dich in der nächsten Folge wieder am Beckenbrand zu begrüßen.

00:16:08: Bis dahin alles Gute und pass auf Dich auf!

00:16:11: Bis zur nächsten Beckenrand beigte – jede Geschichte beginnt irgendwo.

00:16:17: Meine beginnen meistens am Bekenrand.

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